Afrikanische Diaspora in Deutschland stärkt das Gesundheitswesen in Subsahara-Afrika
In Subsahara-Afrika entwickeln sich die Gesundheitssysteme kontinuierlich weiter, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Trotz Herausforderungen wie einem Mangel an gut ausgebildetem Gesundheitspersonal und begrenzter medizinischer Infrastruktur gibt es bedeutende Fortschritte, um die Gesundheitsversorgung und die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Mitglieder der afrikanischen Diaspora in Deutschland spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie ihr Fachwissen und ihre Ressourcen einbringen, um belastbarere Gesundheitssysteme in der Region aufzubauen.
Auch wenn ihre Ansätze verschieden sind, verfolgen sie dasselbe Ziel: eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle zugänglich zu machen. Die folgenden Beispiele zeigen, wie Expertise aus der Diaspora die medizinischen Systeme in Ghana, Kamerun und Äthiopien stärkt.
Diaspora-Fachkraft bekämpft Infektionen
In Ghana verstärkte der in Rostock ansässige Chirurg Dr. Kwaku Danso Agyei im Jahr 2024 das St. Luke Catholic Hospital, unterstützt vom Diaspora-Fachkraft Angebot der GIZ. Mit nur einem Arzt für 400 Patient*innen waren die Infektionsraten nach Operationen hoch. Während seines dreimonatigen Einsatzes führte Dr. Danso neue Hygiene- und Sterilisationsprotokolle ein und warb Finanzierung für wichtige Geräte ein. Seitdem wurden keine schweren postoperativen Infektionen mehr verzeichnet. Außerdem schulte er 20 lokale Ärzt*innen und Assistierende in der Infektionsprävention und sorgte damit dafür, dass die Verbesserungen auch über seinen Aufenthalt hinaus Bestand haben.
Diaspora-Organisationen stärken Kapazitäten
In Kamerun stärkt die Diaspora-Organisation Camfomedics e.V. seit 1994 die medizinische Ausbildung durch Programme in den Bereichen Notfallversorgung, Infektionsmanagement sowie Mütter- und Neugeborenengesundheit. Durch den Einsatz von Simulationstechnologie und Peer-to-Peer-Learning trägt die Organisation dazu bei, den Fachkräftemangel in benachteiligten ländlichen Regionen zu verringern.
Wie Dr. Bernice Ndofor, Präsidentin von Camfomedics, betont, ist der Austausch von Expertise zentral für ihre Wirkung: „Was mich motiviert, Teil von Camfomedics zu sein, ist der Zugang zu einem weitreichenden Netzwerk engagierter Kamerunerinnen und Kameruner, in dem wir alle voneinander lernen können.“
Die GIZ unterstützt Camfomedics durch kleinere Projekte, mehrere Fachkrafteinsätze sowie die Finanzierung von Veranstaltungen.
Ebenfalls in Kamerun stärkt Mapubi e.V. die Gesundheitsversorgung durch die Smart Mobile Clinic, eine digitale Plattform, die Gesundheitsfachkräfte in städtischen und ländlichen Gebieten miteinander verbindet. Die Initiative hilft den medizinischen Teams, effektiver auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zu reagieren, indem sie die Koordination verbessert, Informationsflüsse beschleunigt und Entscheidungen in Echtzeit ermöglicht. Jüngste Verbesserungen der Plattform, die 2024 von der GIZ unterstützt wurden, haben ihre Reichweite und Zuverlässigkeit weiter erhöht. Diese Fortschritte zeigen bereits Wirkung: In der Südwestregion ermöglichte eine rechtzeitige Warnung über die App bei einer Komplikation während der Geburt den Gesundheitsfachkräften, schnell Unterstützung zu mobilisieren und ein Leben zu retten.
Unterdessen verbessert Ärzte für Äthiopien e.V. in Äthiopien den Zugang zu spezialisierter Behandlung am Yirgalem General Hospital. In einem jüngsten Projekt richtete die Organisation die erste Dialyseeinheit der Region ein, schulte Fachpersonal und organisierte Austauschbesuche zwischen äthiopischen und deutschen Fachkräften.
Diaspora-Unternehmerin verbessert den Zugang zu Gesundheitsversorgung
In Ghana sorgt die Diaspora-Unternehmerin Gloria Ada Niquaye, Gründerin von COMESO, für mehr Transparenz und besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung. Ihre Plattform nutzt ein digitales Gutscheinsystem, das Familien in der europäischen Diaspora ermöglicht, die medizinische Versorgung von Angehörigen in Ghana direkt zu finanzieren. Durch die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Kliniken stellt COMESO sicher, dass Überweisungen tatsächlich für Behandlungen eingesetzt werden und nicht an Zwischenhändler verloren gehen. Unterstützt durch das GIZ-Angebot Geschäftsideen für Entwicklung (GfE) verbindet das Start-up digitale Innovation mit sozialer Wirkung.
Initiativen der Diaspora erzielen nachhaltige Wirkung
All diese Initiativen gehen über die Verbesserung von Gesundheitssystemen hinaus: Sie zeigen, wie die Zusammenarbeit zwischen Diaspora-Fachkräften und lokalen Partnern zu nachhaltigen systemischen Veränderungen führt. In Ghana sind die Infektionsraten am St. Luke Hospital auf null gesunken, und das Gutscheinsystem von COMESO ermöglicht Familien einen verlässlichen Zugang zur Gesundheitsversorgung; in Kamerun sammeln Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierende praktische Erfahrungen mit modernen Simulationstools; und in Äthiopien haben Patient*innen erstmals Zugang zur Dialyse im Yirgalem Hospital.
Möchten Sie Ihre Expertise nutzen, um einen Unterschied zu machen? Die GIZ bietet vielfältige Möglichkeiten für Diaspora-Expert*innen, Organisationen und Unternehmer*innen, sich zu engagieren. Bewerbungen sind jetzt für kurzfristige Einsätze von Diaspora-Fachkräfte sowie für Fachkräfte aus der Ukraine, die zum Wiederaufbau des Landes beitragen möchten, möglich.




