Landwirt*nnen in der ghanaischen Gemeinde Sefwi Wiawso stehen vor großen Herausforderungen: unvorhersehbare Niederschläge und zunehmend degradierte Böden erschweren die landwirtschaftliche Produktion, während es an geeigneten Möglichkeiten zur Anpassung fehlt. Als Diaspora-Fachkraft verbrachte Dr. Martin Kofi Mensah drei Monate in  Sefwi Wiawso. Dabei unterstützte er Landwirt*innen, Studierende sowie Mitarbeitende des Landwirtschaftsamts dabei, Wissen und Handlungskompetenzen aufzubauen, um die Landwirtschaft besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. 

Steckbrief

  • Name:

    Dr. Martin Kofi Mensah

  • Beruflicher Hintergrund:

    Experte für nachhaltige Entwicklung und Umweltmanagement   

  • Einsatzort:

    Gemeinde Sefwi Wiawso, Ghana 

  • Dauer des Einsatze:

    3 Monate

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In Sefwi Wiawso sind die meisten Familien auf die Landwirtschaft angewiesen und bauen unter anderem Kochbananen, Maniok und Kakao an. Doch unvorhersehbare Wetterbedingungen, die zunehmende Bodendegradation sowie der wachsende Bergbau und die Abholzung von Wäldern erschweren die landwirtschaftliche Produktion zunehmend.

Aber ihre Arbeit wird immer komplexer und weniger planbar: unvorhersehbare Wetterbindungen machen es schwerer, den korrekten Termin zur Aussaat zu bestimmen. Außerdem nimmt die Qualität der Anbauflächen immer ab, denn mehr und mehr Bergbau in der Region und die Abholzung von Wäldern führen zu fortschreitender Bodendegradation.

Gleichzeitig schränken knapper werdende Budgets und administrative Hürden die Möglichkeiten des Landwirtschaftsamts ein, die Landwirt*innen ausreichend zu unterstützen. Besonders die unvorhersehbaren Niederschläge machen es sowohl für die landwirtschaftlichen Fachkräfte als auch für die Landwirt*innen schwieriger, die beste Zeit für die Aussaat zu finden. Hier setzte Dr. Mensah an. 

In der direkten Zusammenarbeit mit Landwir*innen, landwirtschaftlichen Beratungsfachkräften und Studierenden vermittelte Dr. Mensah Wissen und stärkte die Kompetenzen, die für eine klimaangepasste Landwirtschaft in der Region erforderlich sind. Er schulte die Mitarbeitenden des Landwirtschaftsamts darin, Niederschlagsdiagramme und Anbaukalender zu lesen sowie Klimadaten zu interpretieren. Mit diesem Wissen können sie Landwirt*innen besser bei der Wahl geeigneter Aussaatzeiten beraten, sodass bessere Ernten eingefahren können. Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsamt brachte Dr. Mensah dieses Wissen direkt in die Gemeinde und vermittelte praktische Methoden wie Mulchen, Konturpflanzung und den Einsatz trockenheitsresistenter Pflanzensorten. Diese Maßnahmen helfen dabei, die Böden zu schützen und kostbares Wasser zu sparen. Darüber hinaus arbeitete er mit Schüler*innen  der St. Joseph Senior High School zusammen und unterstützte dort das Anlegen einer  Obstplantage. Die einen Hektar große Anlage dient heute als praxisnaher Lernort für Agroforstwirtschaft. 

Die Schulung zu Klimarisiken und Anpassungsstrategien war sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Landwirt*innen von großer Bedeutung. Ohne regelmäßige Auffrischungsschulungen fiel es den Mitarbeitenden des Landwirtschaftsamts schwer, die Landwirt*innen zu den optimalen Anbauzeiten zu beraten. Dadurch ging das Vertrauen in die Beratung verloren, da es den Mitarbeitenden an Möglichkeiten fehlte, Niederschlagsmuster zuverlässig vorherzusagen.

Dr. Martin Kofi Mensah

Über die Schulungen hinaus stellte Dr. Mensah finanzielle Mittel und Transportmöglichkeiten für die Beratungen vor Ort bereit. So konnten die landwirtschaftlichen Beratungsfachkräfte auch Gemeinden erreichen, die sie aufgrund begrenzter finanzieller Ressourcen bislang nicht besuchen konnten. Diese Unterstützung trug dazu bei, das Vertrauen der Landwirt*innen in die landwirtschaftliche Beratung wiederherzustellen und die lokalen Kapazitäten zur Anpassung an den Klimawandel zu stärken. Gleichzeitig förderte Dr. Mensahs Einsatz den Austausch über die Landwirtschaft hinaus: Mitarbeitende der National Disaster Management Organisation (NADMO) nahmen an den Schulungen teil, um ihre eigenen Ansätze zur Katastrophenvorsorge weiterzuentwickeln. 

Damit reicht Dr. Mensahs Beitrag weit über die drei Monate seines Einsatzes hinaus. Das weitergegebene Wissen und die gestärkten lokalen Kompetenzen machen es möglich, dass klimaangepasste Praktiken auch nach Dr. Mensahs Einsatz weitergetragen werden und langfristig zur Resilienz der lokalen Gemeinschaften beitragen.

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