Steckbrief

  • Name: Surafel Mengistu
  • Ausbildung: Krankenpfleger
  • Land: Äthiopien
  • Verein: Macedonians Humanitarian Association
Surafel Mengistu trägt OP-Kleidung und lächelt in die Kamera. Um den Hals trägt er ein Stethoskop.

„Heimat hat man im Herzen, – egal wo man ist.“ Surafel Mengistu ist trotzdem – oder gerade deswegen – in sein Herkunftsland Äthiopien zurückgekommen. Er möchte etwas für die Menschen in Äthiopien tun. Nun arbeitet er seit sechs Monaten als Krankenpfleger in einem Pflegeheim für obdachlose, alte und behinderte Menschen in Addis Abeba. Die GIZ unterstützt die ehrenamtliche Arbeit durch die Übernahme von Reisekosten, Versicherungen und einer Aufwandsentschädigung.

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Im Interview mit Surafel Mengistu:

Was ist Ihr beruflicher Hintergrund und wie kam es zu Ihrem Engagement in Ihrem Herkunftsland Äthiopien?

Meine Ausbildung zum Krankenpfleger habe ich an der Uniklinik Mainz gemacht. Doch ich wollte auch Erfahrungen in meinem Heimatland sammeln und bin auf dieses Projekt gestoßen: ein Pflegeheim für obdachlose, alte und behinderte Menschen in Äthiopien. Eine Freundin hat mich auf die GIZ aufmerksam gemacht und ich habe erfahren, dass für eine Partnerorganisation ein ausgebildeter Pfleger gesucht wird. Meinen Job in Deutschland habe ich erst einmal gekündigt und ich bin jetzt für sechs Monate in Addis Abeba, ehrenamtlich. Die GIZ übernimmt Reisekosten, Versicherungen und eine kleine Aufwandsentschädigung; das hilft mir sehr.

 

Woher ziehen Sie Ihre Motivation für die ehrenamtliche Tätigkeit?

Diesen Drang, etwas für andere zu tun, habe ich sicherlich von meiner Großmutter geerbt. Ihre Hilfsbereitschaft und ihr Umgang mit Menschen haben mich immer sehr beeindruckt. Das neue Heim der „Macedonians Humanitarian Association“ mit aufzubauen ist eine schöne Herausforderung und ich kann zumindest für eine gewisse Zeit wieder in meinem Land und somit auch meiner Familie näher zu sein.

„Die Arbeit im Team macht Spaß!“ Krankenpfleger Surafel Mengistu und seine Kolleg*innen kümmern sich mit vollem Einsatz um die Menschen im Pflegeheim.

Wo genau sehen Sie Herausforderungen? Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit?

Anfangs musste ich mich erst daran gewöhnen, dass hier nicht alles reibungslos läuft. Ich habe schnell Verantwortung übernommen: in der Organisation, der Verteilung von Essen und Medikamenten oder im Erteilen von Hygieneeinweisungen. Ich gebe mein Wissen weiter und lerne auch selbst viel dazu - zum Beispiel über Fundraising. All das bringt mich persönlich weiter. Wir ziehen derzeit in ein größeres, neues Haus um. Da ist es gut, dass ich gerade jetzt hier bin und mit anpacken kann. Zu wissen, dass wir den Heimbewohnern damit eine bessere Zukunft bieten können, ist jede Mühe wert. Auch wenn immer viel improvisiert wird, macht die Arbeit im Team hier Spaß!

 
Welche Bilanz ziehen Sie nach sechs Monaten?

Auch wenn ich ganz schön gefordert bin: mein Chef kann sich ganz auf mich verlassen, ich bekomme viel Bestätigung. Toll ist zu sehen, wie dankbar vor allem die älteren Menschen für meine ehrenamtliche Hilfe in Äthiopien sind. Auch wieder Freunde von früher treffen zu können ist bereichernd. Ich bin froh, dass es geklappt hat, und würde jedem in Deutschland raten, so etwas zu machen. Ich kann mir auch vorstellen, weiter in Äthiopien zu arbeiten.

Surafel Mengistu befindet sich auf einer Baustelle in einer großen Halle. Vor ihm steht ein Mann auf einer Leiter und schichtet Steine übereinander zu einer Mauer. Im Hintergrund sind weitere Arbeitende zu sehen.

Es gibt viel zu tun beim Bau des neuen Pflegeheims der „Macedonians Humanitarian Association“ packen alle mit an.

Surafel Mengistu steht Arm in Arm mit einem Kollegen vor der Kamera. Im Hintergrund sind Glas Vitrinen mit verschieden Medikamenten zu sehen. Beide Männer tragen Operations- und Arztkleidung.

Können sich aufeinander verlassen: Surafel und seine Kolleg*innen arbeiten in verschiedenen Abteilungen und übernehmen viel Verantwortung.