Wie Start-ups die Kosten für Remittances senken

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Geldüberweisungen sind eine Lebensader für die Familien von Arbeitnehmern in der Heimat, denn sie ermöglichen die Versorgung mit notwendigen Gütern wie Lebensmitteln, medizinischer Versorgung und kostenintensiver Bildung. Allerdings sind die Überweisungsgebühren hoch, wodurch dringend benötigte Mittel abgezweigt werden. Wie können wir also Überweisungen für die langfristige Entwicklung besser, schneller und billiger machen? Der RemTech Pilot Accelerator wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt und von der Frankfurter Innovationsplattform TechQuartier durchgeführt und trug diese Frage an Start-ups in unsere 22 Partnerländern rund um die Welt weiter. Idealerweise sollten die Geschäftsmodelle der Teilnehmenden auf innovativen, technologiebasierten Lösungen gründen und dazu beitragen, die Kosten zu senken und die entwicklungsorientierte Nutzung von Rücküberweisungen zu verbessern

Wie überweist man am bequemsten Geld? Natürlich online. Und kostet das etwas? Es kommt darauf an: Doch in der Regel fallen für Überweisungen ins Ausland nicht selten hohe Gebühren an. Gerade für Menschen mit Migrationsgeschichte, die in Deutschland leben und Geld an Familie und Freunde ins Ausland überweisen möchten – sogenannte Remittances – ist das eine Herausforderung. Aber es gibt Start-ups, die Lösungen dafür entwickeln. Ziel hierbei: einen Weg finden, Rücküberweisungen nachhaltiger und effektiver zu gestalten.

Um solche Lösungen ging es beim sogenannten Pilot-Accelerator, den das Programm Migration & Diaspora (PMD) der GIZ, gemeinsam mit der Frankfurter Innovationsplattform TechQuartier Ende September veranstaltet hat. Dabei konnten zwölf Start-ups aus der RemTech- und FinTech-Branche aus Ecuador, Nepal, Nigeria, Indien, Kamerun, Tunesien, Kenia und Indonesien ihre Ideen präsentieren.  Im Fokus standen Möglichkeiten, Remittances zur Förderung der langfristigen Entwicklung und der finanziellen Eingliederung durch Investitionen, Ersparnisse und Unternehmertum zu nutzen. Das BMZ fördert diese Bestrebungen, denn es gibt eine internationale Verpflichtung zur Kostensenkung und Verbesserung der entwicklungsorientierten Nutzung von Geldtransfers.

Beim Pilot-Accelerator, der komplett virtuell stattfand, ging es zur Sache: Es gab Einzel-Pitch-Coaching-Sitzungen, Keynotes, runde Tische, Treffen mit Experten in verschiedenen Bereichen und virtuelle Speed-Dating-Sitzungen mit potenziellen Investoren, Geschäftspartnern und dem BMZ.  Den Abschluss der Woche bildete der Demo Day, bei dem die Finalisten die Möglichkeit hatten, ihre Ideen zu präsentieren - in Form eines 5-minütigen Pitches und einer anschließenden Fragerunde durch die 5-köpfige Jury. Am Ende gab es drei Gewinner:

Der erste Platz ging an das Startup Friendly Transfer aus Ecuador, das ein Preisgeld in Höhe von 4000 cEuro entgegen nahm: Das Startup überzeugte die Jury mit der Idee, dass sich Freunde auf der ganzen Welt mit Hilfe einer sozialen Plattform vernetzen und lokal Geld versenden können, ohne einen Teil ihres Einkommens durch internationale Überweisungsgebühren zu verlieren. "Wir wussten, dass wir Friendly Transfer einem Publikum präsentieren würden, das die Auswirkungen unserer Plattform auf die signifikante Reduzierung der Kosten und des Zeitaufwands bei internationalen Überweisungen wirklich verstehen kann", sagte Gidany Cobo, Mitbegründerin und CEO von Friendly Transfer. "Wir haben teilgenommen, weil es eine Herausforderung ist, die sich voll und ganz auf Überweisungsinnovationen konzentriert. Zu sehen, dass unser Modell von einer Gruppe von Gleichgesinnten und Experten, die in der Überweisungsbranche tätig sind, 'validiert' wird, ermutigt uns, noch härter an der Skalierung von FriendlyTransfer und seiner Wirkung zu arbeiten.

Der zweite Platz ging an duaPay (1500 cEuro) aus dem Kosovo: Sie haben einen Gemeinschaftsmarktplatz und einen Zahlungsdienst entwickelt, der die derzeitige Nutzung von global fragmentierten Gemeinschaftsverbindungen verändert. Dafür erschufen sie eine mobile Plattform der nächsten Generation.

Der dritte Platz ging an Flow (1000 cEuro), mit Sitz in Tunesien: Sie haben eine Online-Geldbörse entwickelt, die internationale Zahlungen über einen Peer-to-Peer-Austausch ermöglicht. Dadurch sinken die Gebühren auf unter 1,5 %.